Wer an Hochwasser denkt, denkt an die Haustür. Dabei kommt das Wasser fast immer woanders herein, und meistens an einer Stelle, an die niemand denkt, solange es trocken ist. Diese sieben Schwachstellen finden sich an fast jedem Haus.
1. Die Schwelle der Haus- und Terrassentür
Die offensichtlichste Stelle, und trotzdem der Ort, an dem die meisten anfangen. Sandsäcke wirken hier gut, wenn Sie sie im Halbverband stapeln und zur Wasserseite hin mit Folie abdecken. Ohne Folie sickert das Wasser zwischen den Säcken durch.
2. Lüftungsgitter in der Fassade
Die Gitter der Kriechkellerbelüftung sitzen nur wenige Zentimeter über dem Boden. Ein einziges Gitter lässt bei zehn Zentimetern Wasserstand schon Dutzende Liter pro Minute durch, und eine Fassade hat oft vier bis acht davon.
3. Kellerfenster und Lichtschächte
Ein Lichtschacht ist im Grunde ein Trichter, der Oberflächenwasser sammelt und direkt vor Ihr Kellerfenster leitet. Aufkantungen oder Abdeckungen wirken hier besser als jeder Sandsack.
4. Die Garageneinfahrt
Abschüssige Einfahrten sammeln das Wasser der ganzen Straße. Hier spielt eine Wasserbarriere ihre Stärke aus: Sie liegt in einer geraden Linie und muss nicht befüllt werden.
5. Kanalanschlüsse und Bodenabläufe
Bei überlastetem Mischkanal drückt das Wasser durch Toilette, Dusche oder Bodenablauf nach oben. Von außen abdichten hilft dagegen nichts, hier brauchen Sie eine Rückstauklappe.
6. Kabel- und Leitungsdurchführungen
Strom, Wasser, Gas und Glasfaser kommen unterhalb der Geländeoberkante ins Haus. Sind die Durchführungen nicht fachgerecht abgedichtet, läuft das Wasser genau dort entlang.
7. Die Wand selbst
Steht das Wasser länger als ein paar Stunden, saugt sich das Mauerwerk voll. Dagegen hilft keine Barriere. Deshalb zählt bei Hochwasser jede Stunde, die Sie das Wasser draußen halten.
Was Sie jetzt tun können
Gehen Sie an einem trockenen Tag einmal um Ihr Haus und notieren Sie jede Öffnung unterhalb von fünfzig Zentimetern. Diese Liste ist Ihr Ablaufplan, wenn eine Warnung kommt. Wer erst bei steigendem Wasser anfängt zu suchen, verliert genau die Zeit, in der noch etwas zu retten wäre.
Häufig gestellte Fragen
Welche Stelle wird am häufigsten übersehen?
Die Lüftungsgitter der Kriechkellerbelüftung. Sie sitzen niedrig, sind unauffällig und lassen erstaunlich viel Wasser durch.
Reichen Sandsäcke für alle sieben Stellen?
Nein. Gegen Rückstau aus dem Kanal helfen sie nicht, und bei Lichtschächten sind Abdeckungen wirksamer. Für Türen, Einfahrten und Gitter sind sie die richtige Wahl.
Wie hoch sollte ich abdichten?
Orientieren Sie sich am höchsten Wasserstand, den Ihre Straße in den vergangenen Jahren hatte, und rechnen Sie zwanzig Zentimeter dazu.
Wie lange halten Sandsäcke das Wasser zurück?
Einige Stunden bis wenige Tage, je nach Aufbau und Wasserdruck. Sie gewinnen damit Zeit, sie machen das Haus nicht dauerhaft dicht.





