Sie legen Sandsäcke vor die Tür, dichten das Garagentor ab, und trotzdem steht Wasser im Kriechkeller. Die Erklärung sitzt meistens einen halben Meter neben der Tür, wenige Zentimeter über dem Boden: die Lüftungsgitter in der Fassade.
Warum die Gitter dort sind
Ein Kriechkeller muss belüftet werden. Ohne Luftstrom bleibt Feuchtigkeit stehen, und das führt zu Schimmel, Holzfäule in den Deckenbalken und muffiger Luft im Wohnraum. Die Gitter in der untersten Fassadenreihe sorgen für diesen Luftwechsel. Sie sitzen tief, weil der Kriechraum tief sitzt, und genau deshalb stehen sie im Weg, sobald das Wasser auf der Straße ein paar Zentimeter steigt.
Ein einziges Gitter von zehn mal zwanzig Zentimetern lässt bei zehn Zentimetern Wasserstand bereits Dutzende Liter pro Minute durch. Eine durchschnittliche Fassade hat vier bis acht davon.
Vorübergehend abdichten
Das Stichwort ist vorübergehend. Zumauern oder ausschäumen ist keine Lösung, denn dann haben Sie das ganze Jahr ein Feuchteproblem und dafür einen trockenen Tag.
Gut funktioniert bei angekündigtem Hochwasser ein wasseraktivierter Sack, flach gegen das Gitter gedrückt. Er quillt auf, sobald er nass wird, und passt sich der Öffnung an. Ein Stück PE-Folie über dem Gitter, an den Rändern mit einem Sandsack oder einer Latte angedrückt, wirkt genauso. Wer es öfter erlebt, findet magnetische oder klemmende Abdeckplatten, die in Sekunden sitzen.
Wichtig ist die Reihenfolge: Dichten Sie ab, bevor das Wasser da ist. Ein Gitter abzudichten, während schon Wasser hindurchläuft, gelingt selten, und Sie stehen dabei mit den Händen im verschmutzten Wasser.
Vergessen Sie das Entfernen nicht
Das ist der häufigste Fehler. Die Gitter werden bei einer Unwetterwarnung geschlossen, und drei Monate später sind sie es immer noch. In der Zwischenzeit steigt die Feuchte im Kriechraum und das Holzwerk leidet. Entfernen Sie die Abdichtung, sobald das Wasser weg und die Fassade trocken ist, und notieren Sie es notfalls im Kalender.
Worauf Sie sonst noch achten sollten
Neben den Lüftungsgittern gibt es weitere niedrige Öffnungen, die übersehen werden: Kabel- und Leitungsdurchführungen, Kellerfenster, Briefkastenschlitze in Erdgeschossfassaden und Katzenklappen im Garagentor. Gehen Sie Ihre Fassade an einem ruhigen Tag ab und notieren Sie jede Öffnung unter fünfzig Zentimetern. Diese Liste ist Ihr Ablaufplan für das nächste Mal.
Häufig gestellte Fragen
Darf ich meine Lüftungsgitter dauerhaft verschließen?
Nein. Der Kriechraum braucht Belüftung, dauerhaft geschlossen führt das zu Feuchtigkeit, Schimmel und Holzfäule. Nur bei drohendem Hochwasser abdichten.
Was wirkt besser, Folie oder ein wasseraktivierter Sack?
Folie schließt dichter ab, wenn Sie sie gut andrücken können, ein wasseraktivierter Sack ist schneller und passt sich von selbst an. In der Praxis funktioniert die Kombination am besten.
Woran erkenne ich, ob Wasser durch die Gitter kam?
An Schlammspuren oder einer Wasserlinie am Mauerwerk unterhalb der Gitter. Oft ist angeschwemmtes Laub oder Sand die deutlichste Spur.
Hilft es, den Kriechraum aufzufüllen?
Eine Auffüllung mit Muschelschalen oder Dämmgranulat verringert die Feuchtebelastung, hält aber eindringendes Oberflächenwasser nicht auf. Das bleibt eine Frage der Öffnungen.




