Sandsäcke sehen auf den ersten Blick alle gleich aus: gewebter Kunststoff, eine offene Oberseite und ein Verschlussband. Trotzdem gibt es einen großen Unterschied zwischen einem Sack, der jahrelang einsatzbereit im Keller liegt, und einem Sack, der schon beim ersten Befüllen aufreißt. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Punkte die Qualität eines Sandsacks bestimmen, wie Sie das selbst prüfen können und was unsere Sandsäcke in jedem Punkt bieten.
Warum Sandsäcke so unterschiedlich viel kosten
Fast alle Sandsäcke bestehen aus gewebtem Polypropylen (PP). Der Unterschied liegt also nicht im Material selbst, sondern darin, wie viel Material in einem Sack steckt, wie dicht es gewebt ist, ob es vor Sonnenlicht geschützt ist und wie der Sack vernäht ist. An jedem dieser Punkte kann ein Hersteller sparen. Auf einem Produktfoto sehen Sie das nicht, spätestens beim Befüllen und Tragen aber schon.
1. Flächengewicht
Das Flächengewicht wird in Gramm pro Quadratmeter (g/m²) angegeben. Je höher der Wert, desto mehr Material steckt im Gewebe und desto stabiler ist es. Ein dünneres Gewebe ist billiger und leichter zu verschiffen, deshalb wird bei günstigen Säcken hier zuerst gespart. Unsere Sandsäcke haben ein Gewebe mit 80 g/m².
2. Webdichte
Ein Sandsack ist aus flachen Bändchen aus Polypropylen gewebt. Die Webdichte gibt an, wie viele Bändchen pro 10 Zentimeter in Längs- und Querrichtung liegen. Je dichter das Gewebe, desto besser bleibt feiner Sand im Sack und desto seltener entsteht ein Loch. Unsere Sandsäcke haben 47 × 47 Bändchen pro 10 Zentimeter, bei einer Bändchenbreite von 2 Millimetern.
3. Schutz vor Sonnenlicht
Polypropylen wird durch UV-Strahlung mit der Zeit spröde. Dagegen gibt es zwei Mittel: Ruß (Carbon Black), der den Sack schwarz färbt und das Sonnenlicht abhält, und einen UV-Stabilisator, der dem Rohstoff beigemischt wird. Unsere schwarzen Sandsäcke haben beides, mit 0,3 Prozent UV-Stabilisator. In einem Labortest mit künstlichem Sonnenlicht hatte das Gewebe nach 400 Stunden noch 95 Prozent seiner Festigkeit.
4. Die Bodennaht
Die Naht am Boden ist die Schwachstelle eines Sandsacks. Bei billigen Säcken wird die Schnittkante oft einfach zugenäht. Diese Kante franst aus, und unter dem Gewicht des Sandes reißt die Naht auf. Bei einem guten Sack wird der Boden zuerst doppelt umgeschlagen und dann mit reißfestem Garn vernäht. Unsere Säcke haben einen doppelt umgeschlagenen Boden, vernäht mit Polyestergarn und 12,5 Stichen pro 10 Zentimeter.
5. Zugfestigkeit
Die Zugfestigkeit gibt an, wie viel Kraft das Gewebe aushält, bevor es reißt. Das merken Sie, wenn Sie einen gefüllten Sack über den Boden ziehen oder an der Oberseite anheben. Das Gewebe unserer Sandsäcke hat eine Zugfestigkeit von 663 Newton in Längsrichtung und 533 Newton in Querrichtung.
6. Maßhaltigkeit und Kontrolle
Ein Sack, der kleiner ist als angegeben, fasst weniger Sand und macht Ihre Sandsackwand niedriger als geplant. Unsere Säcke weichen höchstens 2 Zentimeter von der angegebenen Größe ab: 35 × 60 cm (Größe S), 40 × 60 cm (Größe M) und 45 × 70 cm (Größe L). Bei jeder Produktionscharge wird geprüft, ob derselbe Rohstoff verwendet wurde, die Zugfestigkeit der Bändchen wird getestet, und vor dem Versand wird das Gewicht kontrolliert.
So prüfen Sie einen Sandsack selbst
- Halten Sie einen leeren Sack gegen das Licht. Scheint viel Licht zwischen den Bändchen hindurch, ist das Gewebe offen und feiner Sand rieselt schneller heraus
- Sehen Sie sich die Bodennaht an. Ist die Kante zuerst umgeschlagen, oder steckt eine offene Schnittkante in der Naht?
- Wiegen Sie einen leeren Sack. Ein Sack von 40 × 60 cm mit 80 g/m² wiegt etwa 39 Gramm. Ist er deutlich leichter, ist das Gewebe dünner
- Ziehen Sie an der Schnittkante. Ein gutes Gewebe bleibt heil, ein dünnes verzieht sich oder franst aus
Damit die Qualität erhalten bleibt: Sandsäcke richtig lagern
Auch ein guter Sandsack altert, wenn er falsch gelagert wird. Leer, trocken und dunkel gelagert hält ein Sandsack etwa drei Jahre. Leeren Sie die Säcke nach dem Einsatz, lassen Sie sie trocknen und lagern Sie sie bis zum nächsten Mal im Haus. Wie ein Sandsack genau hergestellt wird, lesen Sie in unserem Ratgeber Wie werden PP-Sandsäcke hergestellt?
Häufig gestellte Fragen
Ist ein teurer Sandsack immer besser?
Nicht unbedingt. Achten Sie auf Flächengewicht, Webdichte, UV-Schutz und Bodennaht. Diese Punkte sagen mehr über die Qualität aus als der Preis.
Ist ein Sandsack wasserdicht?
Nein. Wasser dringt durch das Gewebe. Ein Sandsack hält Wasser durch sein Gewicht zurück und weil er sich dem Untergrund anpasst.
Wie lange hält ein Sandsack?
Leer, trocken und dunkel gelagert etwa drei Jahre.
Wie viel Sand passt in einen Sandsack?
Füllen Sie einen Sack etwa zu zwei Dritteln, dann liegt er gut am Boden an. Bei Größe M sind das etwa 20 kg, bei Größe L etwa 25 kg.




