Ein feuchter Kriechkeller fällt selten sofort auf. Man riecht ihn zuerst: ein muffiger Geruch im Erdgeschoss, der nach Regentagen stärker wird. Wer dann die Luke öffnet, findet oft eine Wasserschicht, von der niemand weiß, wie lange sie schon dort steht.
Woher das Wasser kommt
Von außen durch die Lüftungsgitter. Die häufigste Ursache bei Starkregen. Steht das Wasser auf dem Grundstück auch nur zehn Zentimeter hoch, läuft es durch die Gitter direkt in den Kriechraum.
Von unten durch steigendes Grundwasser. Nach längeren Regenperioden steigt der Grundwasserspiegel, und in vielen Häusern liegt der Kriechkeller genau in diesem Bereich. Das Wasser kommt dann durch den Boden, nicht durch die Wand.
Von innen durch eine undichte Leitung. Ein tropfender Anschluss oder ein Riss in der Abwasserleitung liefert unauffällig, aber dauerhaft Feuchtigkeit. Verdacht besteht, wenn das Wasser auch bei trockenem Wetter nicht verschwindet.
Durch Kondensation. Warme Sommerluft trifft auf kühlen Boden und schlägt sich nieder. Deshalb kann falsches Lüften im Sommer den Kriechkeller feuchter machen statt trockener.
Warum es Sie kümmern sollte
Feuchtigkeit im Kriechkeller bleibt nicht unten. Sie steigt durch die Bodenöffnungen ins Wohngeschoss und erhöht die Luftfeuchte im ganzen Haus. Holzbalken beginnen zu faulen, Dämmung verliert ihre Wirkung, und Schimmel findet ideale Bedingungen. Ein muffiger Geruch ist das erste Anzeichen, nicht das Problem selbst.
Was hilft
Bei Starkregen: die Lüftungsgitter vorübergehend abdichten, mit wasseraktivierten Sandsäcken oder Folie, und die Abdichtung danach wieder entfernen. Dauerhaft zu verschließen ist keine Lösung, denn dann tauschen Sie ein Wasserproblem gegen ein Feuchteproblem.
Bei Grundwasser hilft nur bauliche Abhilfe: eine Drainage, eine Pumpe mit Sumpf oder eine Bodenabdeckung aus Folie, die den Dampf aus dem Erdreich zurückhält.
Und in jedem Fall: kontrollieren Sie den Kriechkeller zweimal im Jahr. Die meisten Schäden entstehen nicht durch das Wasser selbst, sondern dadurch, dass es monatelang unbemerkt bleibt.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Wasser im Kriechkeller ist normal?
Eine leicht feuchte Bodenschicht ist verbreitet. Stehendes Wasser ist es nicht und sollte immer eine Ursachensuche auslösen.
Darf ich die Lüftungsgitter dauerhaft schließen?
Nein. Der Kriechraum braucht Luftwechsel; dauerhaft geschlossen führt das zu Schimmel und Holzfäule. Nur bei drohendem Hochwasser abdichten.
Hilft eine Folie auf dem Boden?
Gegen aufsteigende Bodenfeuchte ja, sie reduziert die Verdunstung deutlich. Gegen eindringendes Oberflächenwasser hilft sie nicht.
Woran erkenne ich, ob das Wasser von außen kam?
An Schlammspuren, angeschwemmtem Laub oder einer Wasserlinie am Mauerwerk unterhalb der Gitter.




