Bei Starkregen bleibt die Straße manchmal trocken, und trotzdem kommt Wasser ins Haus: durch die Toilette, den Duschablauf oder den Bodenablauf im Keller. Das ist kein Defekt an Ihrer Sanitäranlage. Das ist der überlastete Kanal, der sich den Weg des geringsten Widerstands sucht, und der führt über den tiefsten Ablauf in Ihrem Haus.
Warum das passiert
In einem Mischsystem laufen Regen- und Schmutzwasser durch dieselbe Leitung. Fällt in kurzer Zeit viel Regen, kann die Leitung die Menge nicht abführen, und der Wasserstand im Kanal steigt über die Rückstauebene, also über das Straßenniveau. Ab diesem Moment fließt es in die andere Richtung. Häuser mit Keller, tiefer gelegtem Bad oder Gäste-WC im Erdgeschoss trifft es zuerst.
Was Sie in dem Moment tun können
Verwenden Sie kein Wasser mehr im Haus. Jeder Liter, den Sie spülen oder ablaufen lassen, landet in derselben überlasteten Leitung. Also keine Toilettenspülung, keine Waschmaschine, keine Dusche.
Schließen Sie den Ablauf ab. Ein wasseraktivierter Sack oder ein kleiner Sandsack auf der Toilettenschüssel oder über dem Bodenablauf wirkt als Gegengewicht. Er hält das Wasser nicht vollständig zurück, aber er bremst den Rückstau und begrenzt den Schaden. Ein aufblasbarer Kanalstopfen ist die stabilere Variante.
Räumen Sie den Boden frei. In der Zeit, die Sie gewinnen, ist das die wirksamste Handlung: Kartons, Elektrogeräte und Möbel dreißig Zentimeter höher zu stellen entscheidet oft darüber, ob Sie hinterher putzen oder ersetzen.
Schalten Sie den Strom im betroffenen Raum ab, wenn das Wasser steigt, und betreten Sie keinen Keller, in dem das Wasser Steckdosen oder den Sicherungskasten erreicht.
Die dauerhafte Lösung: die Rückstauklappe
Wer das einmal erlebt hat, will es nicht wieder. Eine Rückstauklappe in der Abwasserleitung lässt Wasser nur in eine Richtung durch, nach draußen, und schließt, sobald es zurückdrücken will. Für Häuser mit Keller oder tief liegendem WC ist das die einzige echte Lösung. Die Klappe gehört an die richtige Stelle in der Leitung und muss regelmäßig gewartet werden, sonst sitzt sie im Ernstfall fest. Beides ist Sache eines Fachbetriebs.
Danach
Kanalwasser ist verschmutzt. Desinfizieren Sie alles, was damit in Berührung kam, entsorgen Sie poröse Materialien wie Teppich und Spanplatten und trocknen Sie den Raum gründlich. Fotografieren Sie den Schaden für Ihre Versicherung, bevor Sie aufräumen, und melden Sie den Vorfall Ihrem Abwasserbetrieb. Mehrere Meldungen aus derselben Straße sind das, was am Ende zu Maßnahmen am Netz führt.
Häufig gestellte Fragen
Hilft ein Sandsack auf der Toilette wirklich?
Er dichtet nicht vollständig ab, hält die Schüssel aber an ihrem Platz und bremst den Rückstau. Als Sofortmaßnahme gewinnen Sie damit Zeit, die dauerhafte Lösung ist eine Rückstauklappe.
Kann ich eine Rückstauklappe selbst einbauen?
Besser nicht. Die Position in der Leitung entscheidet über die Wirkung, und eine falsch eingebaute Klappe gibt trügerische Sicherheit. Außerdem braucht sie regelmäßige Wartung.
Ist dieses Wasser gefährlich?
Ja. Kanalwasser enthält Krankheitserreger. Tragen Sie Handschuhe und Stiefel, desinfizieren Sie hinterher und entsorgen Sie poröse Materialien.
Wer haftet, ich oder der Abwasserbetrieb?
Das hängt davon ab, wo das Problem liegt. Auf dem eigenen Grundstück liegt die Verantwortung meist beim Eigentümer, außerhalb beim Betreiber. Melden Sie den Vorfall in jedem Fall, damit er dokumentiert ist.




